Klimawandel

Verbrannte Erde

Ungewöhnlich früh brannten im Jahr 2019 die Wälder. Doch die Feuer gelten nur als Vorbote einer düsteren Entwicklung in den nächsten Jahren.

Wieder ein Waldbrand. Ungewöhnlich früh stehen in etlichen Ländern Europas Wälder in Flammen. Allein in Schweden wurden in den letzten vier Wochen bereits 15 Waldbrände gezählt. Auch in der Bundesrepublik wurde vielerorts höchste Waldbrandgefahr ausgerufen. In Thüringen wütete bereits ein Großfeuer im Gehölz. Die ausbleibenden Niederschläge führen zu ungewöhnlicher Trockenheit, gehemmten Pflanzenwachstum und dadurch erneut zu drohenden Ernteausfällen im Sommer. Wieviele Zeichen braucht die Politik eigentlich noch, bis nachhaltig radikale Regelungen geschaffen werden, die das Überleben der Menschheit und der den Planeten bewohnenden anderen Arten sichern?

Dem Bundesumweltministerium ist die Gefahr auf unterster Ebene zumindest bekannt. In einer Übersicht zum Thema heißt es:

“Risikountersuchungen sagen für die kommenden Jahrzehnte ein steigendes Waldbrandrisiko für Deutschland voraus. Dies liegt im Wesentlichen an erhöhten Temperaturen und rückläufigen Niederschlägen in den Frühjahrs-, Sommer- und Herbstmonaten.”

Vorboten einer düsteren Zeit

Noch beunruhigender sind die Vorhersagen des European Strategy and Policy Analysis System. In seinem bereits Anfang April 2019 veröffentlichten Papier (englisch) wird beschrieben, womit in den nächsten Jahren zu rechnen sein dürfte. Steigen die Temperaturen auf der Erde weiter, dürften die untersten Bevölkerungsschichten der Welt dem Untergang geweiht sein. Neben dem Klimawandel drohe eine zunehmende Knappheit an Ressourcen. Die zunehmende soziale Ungleichheit sowie das Gefühl des Verlassenseins durch die Eliten dürfte zunehmend zu Gewaltausbrüchen führen. In diesem Lichte liest sich auch der Artikel 2 der EU-Menschenrechtskonvention etwas anders, wonach Tötungen von Menschen im Falle der Niederschlagung von Aufruhr oder Aufständen in bestimmten Fällen als unbedingt erforderliche Gewalt anzusehen sein könnten -: und damit der Konvention nicht entgegenstünden.

Weltweit gehen unterdessen die Demonstrationen der Schülerinnen und Schüler unter dem Motto fridays for future weiter. Vor wenigen Tagen sprach Greta Thunberg vor dem englischen Parlament in London. Dort hatte vor wenigen Tagen die Bewegung extinction rebellion gegen Klimawandel und Artensterben (extinction) protestiert. Besonders drastisch ging in der Folge die Londoner Polizei vor mit den Festgenommenen um. Auf der Webseite sind die vollen Namen und Geburtsdaten, teilweise sogar Auszüge aus den Wohnanschriften, der Verhafteten veröffentlicht worden, wie u.a. Netzpolitik.org berichtet. Der Podcast halbzehn von Ines Schwerdtner und Steve Hudson setzt sich ebenfalls mit extinction rebellion auseinander.

Langsam reift die Erkenntnis, dass, wer den Klimawandel bekämpfen will, beim Kapitalismus ansetzen muss.

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